Unternehmen, Handwerk und Landwirtschaft

Im regionalen Wettbewerb geht es nicht mehr vorrangig um die Schaffung von Arbeitsplätzen, sondern um die Gewinnung von qualifizierten Arbeitskräften. Deshalb sind der Erhalt und die Schaffung von noch besseren Rahmenbedingungen zum Leben die Voraussetzungen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung in unserem ländlich geprägten Landkreis. Regionale Daseinsvorsorge und regionale Lebensqualität sind deshalb für mich zentrale Elemente guter Wirtschaftsförderung. Dieser Bereich wird mir direkt unterstellt sein, er wird gerade für kleine und mittlere Unternehmen eine Lotsenfunktion in der Kreisverwaltung übernehmen. So kann die schnelle Bearbeitung von Anliegen besser koordiniert werden. Mein Ziel ist es, gemeinsam mit den Unternehmen Wege zu suchen und nicht Hindernisse aufzuzeigen. Wirtschaftsförderung bedeutet für mich aber auch eine attraktive Heimat, generationenübergreifende Bildungsmöglichkeiten und gute Infrastruktur. Nach über 15-jähriger Tätigkeit an einer Hochschule bin ich der Ansicht, dass Ideenreichtum, Leistungswille und Innovationsfähigkeit der Menschen die Basis für den zukünftigen Erfolg der Unternehmen, des Handwerks und der Landwirtschaft sind. Deshalb werde ich die Innovations- und Gründerzentren in Barleben und Haldensleben unterstützen und meine Hochschulkontakte für die Weiterentwicklung unseres Landkreises nutzen.

Unternehmen

Unser Landkreis besitzt eine recht ausgewogene Wirtschaftsstruktur mit modernen Unternehmen der verschiedensten Branchen. Mit nur 5,1% haben wir die geringste Arbeitslosenquote in Sachsen-Anhalt. Wirtschaftliche Stärke hängt aber auch von anderen Faktoren ab.

Neben der Arbeitslosenquote sind das die Veränderung der Erwerbstätigenzahl im Vergleich zum Vorjahr, die Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigem, das verfügbare Einkommen je Einwohner, die Veränderung des Bruttoinlandsprodukts zum Vorjahr, die Investitionen im verarbeitenden Gewerbe und die Veränderung der Bevölkerungszahl zum Vorjahr.

Bei diesen Faktoren liegen wir deutschlandweit im unteren Bereich.

Was macht die wirtschaftlich stärksten Landkreise in Deutschland aus? 

In diesen ist das Thema Innovation von besonderer Bedeutung, sie führen regelmäßig in Innovations-Ranglisten, bundes- wie europaweit, bei Patentanmeldungen und sie haben eine hohe Ingenieurquote.

Wir könnten an den Berufsschulen im Landkreis Denkfabriken etablieren, in denen nicht nur die Fachkräfte von morgen ausgebildet, sondern in den Laboren zusammen mit den Mittelständlern Digitalisierungsstrategien entwickelt werden.

Neben anspruchsvoller Technologie brauchen wir aber auch etwas für Leib und Seele. Das hat unser Lankreis zu bieten, nämlich Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete mit viel Raum für Bewegung und Erholung. Auch wenn wir in Sachsen-Anhalt gut dastehen, können wir uns nicht zurücklehnen, wir haben gemeinsam noch viel zu tun.

Handwerk

Es ist überfällig, dass sich in unserer Gesellschaft wieder ein stärkeres Bewusstsein dafür entwickelt, was Handwerk und duale Ausbildung bedeuten.

Zum Handwerk zählen mehr als 130 Berufe. Die Hälfte der Beschäftigten arbeitet im Bauhauptgewerbe und im Ausbaugewerbe. Dazu kommen Tätigkeiten bei den persönlichen Dienstleistungen, im Bereich der Kraftfahrzeuge, in der Nahrungsmittelherstellung sowie der Gesundheit. Jeder sechste Erwerbstätige arbeitet im Handwerk.

Nachwuchs gibt es kaum.

15.000 Lehrstellen blieben 2017 in Deutschland unbesetzt. In den nächsten 10 Jahren steht für ca. 200.000 Handwerksbetriebe die Nachfolge an. Wir können es uns nicht leisten, dass diese Firmen ohne Nachwuchs bleiben! Haben Sie in letzter Zeit mal versucht gute Handwerker zu bekommen?

Ich sage nur Fachkräftemangel. Gleichzeitig verlassen Schülerinnen und Schüler unsere Schulen ohne Abschluss. In den Berufsschulen wird der Unterricht nicht planmäßig erteilt, auch hier fehlen Berufsschullehrer.

Als Landrätin werde ich hier gezielt den Dialog mit der Landesregierung suchen. Für die Ausstattung der Berufsschulen ist der Landkreis zuständig, jede Investion in eine bessere Bildung ist eine Investition in die Zukunft unserer Region. Deshalb müssen wir auch hier gemeinsam bessere Maßstäbe schaffen.

Auch Schwarzarbeit ist eine wesentliches Hemmnis des Handwerks.

Hier werde ich handeln.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft ist im Landkreis Börde von großer Bedeutung, wirtschaftlich, gesellschaftlich und landschaftlich. 565 Unternehmen bewirtschaften über 150.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche.

Ich sehe die Aufgabe der Kreisverwaltung darin, durch Beratung, Förderung und Öffentlichkeitsarbeit für Landwirtschaftsbetriebe sowie für die Menschen der Region zum Erhalt und zur Sicherung einer umweltgerechten und nachhaltigen Landbewirtschaftung beizutragen. Denn dass Gutes oft so nahe liegt gilt auch für unsere Lebensmittel. Durch kurze Lieferwege und schonende Weiterverarbeitung können die Betriebe ihren Kundinnen und Kunden hochwertige regionale Produkte anbieten. Mit dem grünen Klassenzimmer auf dem Land möchte ich nicht bis zur Landesgartenschau Börde 2026 warten, denn schon jetzt ist es wichtig, bei Schülerinnen und Schülern das Bewusstsein für die Bedeutung der Landwirtschaft und das Interesse an Agrarberufen zu wecken.