Bürgerfreundlichkeit, Finanzen und Verwaltung

Was tun, wenn Menschen mit Ideen kommen, die anders und ungewöhnlich sind, und die Verwaltung keine Antworten und keine Schubladen dafür hat? Wie kann man Neues wagen, wenn noch alte Vorschriften und Gesetze gelten?

 

Ich denke, dann muss man dafür sorgen, dass Verwaltungen mehr Mut zeigen und mehr Risiko mittragen, denn künftig werden wir Gestaltungsmöglichkeiten haben, die erst die Digitalisierung möglich macht. In Zukunft haben Kommunen "die Nase vorn", denen es gelingt, die neuen Medien zur Zusammenarbeit und Vernetzung von Bürgerinnen und Bürgern, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik zu nutzen.

 

Informierte Menschen möchten sich beteiligen und ihre Heimatstadt mitgestalten. Technische Möglichkeiten dazu gibt es schon jetzt. Ich finde, dass wir neue Denkweisen an den Tag legen und unser heutiges Verhalten hinterfragen und überdenken müssen.

Bürgerfreundlichkeit heißt persönlicher Kontakt mit Menschen und Arbeit für die Menschen.

In unserer Stadtgesellschaft wird der Anteil älterer Menschen zunehmend größer. Über 25 % aller Menschen in Haldensleben sind älter als 65 Jahre.

Das hat nicht nur Einfluss auf die sozialen Sicherheitssysteme, sondern auf vielfältige Aspekte der Stadtentwicklung. Die Bereiche Gesundheit, Teilhabe, Mobilität und Wohnen werden sich auf diese Zielgruppe einstellen müssen.

 

Für ältere, behinderte oder kranke Menschen könnte die Stadt Haldensleben mit einem "Mobilen Büro" Hausbesuche anbieten. In einem Koffer haben die Amtsmitarbeiter alles dabei, so bewältigen die Menschen Behördengänge ohne fremde Hilfe, da ihre Heimatstadt ihnen entgegenkommt.

 

Auch für Menschen mit Handicaps und besonderen Bedürfnissen muss es möglich sein, sich einfach und unabhängig im öffentlichen Raum zu bewegen und alle Angebote nutzen zu können.

Finanzen sollen nachhaltig sein. Wir müssen versuchen neben einer finanziellen auch eine ökologische und soziale Rendite zu erzielen.

Der Strukturwandel auch im Zusammenhang mit der Digitalisierung führt zu wirtschaftlichen Umbrüchen, die erhebliche Auswirkungen auf die Unternehmen in Haldensleben haben können. Die in Haldensleben stark vertretenden Branchen wie Logistik, Industrieproduktion und Maschinenbau sind stark von Umwälzungen betroffen, das könnte zulasten der Unternehmen, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und Gewerbesteuereinnahmen gehen.

 

Der hohe Anteil an Logistikunternehmen hat tendenziell viele gering bezahlte Arbeitsplätze zur Folge, so das trotz guter Wirtschaftsleistung in Haldensleben viele Personen wohnen, die auf Transferleistungen angewiesen sind. In Folge dessen wird die Altersarmut zunehmend zur Herausforderung.

 

Üblicherweise führen sinkende finanzielle Einnahmen zu unüberlegten Kürzungen im Bereich der freiwilligen Ausgaben, womit dann eine Minderung der bedeutenden Standortfaktoren einhergeht. Die radikalen Kürzungsanträge der CDU zur Haushaltsplanung 2022, in den Bereichen Kultur und Soziales, konnten mit 75 % Gegenstimmen der anderen Fraktionen im Stadtrat verhindert werden. Damit ist die Problematik allerdings nur aufgeschoben.

 

Ich denke die Mehrheit im Stadtrat steht auch weiterhin für stabile Grund- und Gewerbesteuersätze.  Die strategisch orientierten Methoden der Haushaltskonsolidierung ermöglichen, meiner Meinung nach, eine langfristige und nachhaltige Gestaltung der Haushaltssituation, indem klare Prioritäten gesetzt und effizient umgesetzt werden. Dazu gehört auch eine Prioritätenliste für Ausgaben.

 

Organisationsuntersuchungen, Aufgabenkritik, Strukturbereinigung und Prozessoptimierung, Digitalisierung verwaltungsinterner Abläufe und Verfahren sowie Einsatz neuer Technologien und E-Government können die Effizienz der Stadtverwaltung steigern und Kosten optimieren.

Verwaltung bedeutet 80% aller Verwaltungsdienstleistungen werden auf kommunaler Ebene erbracht.

In unserer älter werdenden Gesellschaft mit einer steigenden Zahl von Menschen mit Behinderungen muss die elektronische Verwaltungsarbeit nach innen wie nach außen barrierefrei ausgestaltet sein

 

Eine Verwaltung sollte nie der Flaschenhals für Entwicklung sein, sondern wirtschaftliches Wachstum und Beschäftigung ermöglichen.

Ich finde, Verwaltungsleistungen sollen, wenn die Voraussetzungen vorliegen, antragslos gewährt werden.

 

In Zukunft steht die Stadtverwaltung vor folgenden Herausforderungen:

Demografieorientierte Personalpolitik, Anpassung des Leistungsspektrums im Hinblick auf den demografischen Wandel der Gesellschaft, Attraktivität der öffentlichen Verwaltung als Arbeitgeber, Verstärkte Zusammenarbeit und Vernetzung zwischen unterschiedlichen Behörden, Stärkung des regionalen Wirtschaftsstandorts, Stärkung des strategischen Managements beziehungsweise der politischen Strategiefähigkeit, Stärkung der Wirkungsorientierung des eigenen Verwaltungshandelns, Stärkere Beteiligung und Einbindung von Bürgern (Bürgerdialog etc.).